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Sysresccd-manual-de Datensicherung von einem nichtstartenden Windows Computer

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Diese Anleitung beschreibt, wie Sie die Daten eines Windows-PCs, der nicht mehr startet, sichern können. Es gibt viele Möglichkeiten, warum ein Windows-PC nicht mehr korrekt arbeitet: Installation eines ungeeigneten Treibers, System-Crash mit Plattenkorruption, gelöschte Systemdateien, ... In diesem Fall können Sie das Betriebssystem einfach neu installieren, das Wichtigste ist jedoch, die Daten zuerst zu sichern. Wenn Windows nicht mehr bootet, können Sie einfach mit der SystemRescueCd booten, um das zu erledigen. Auch wenn es sich dabei um ein Linux-System handelt, kann es Windows-Partitionen lesen, sodaß Sie Ihre Daten auch über das Netzwerk sichern können. Alle erforderlichen Schritte werden in dieser Anleitung detailiert erklärt, sodaß auch Windows-Nutzer ohne Linux-Kenntnisse Ihre Daten sichern können.

Wenn Sie die SystemRescueCd das erste Mal benutzen, lesen Sie bitte zuerst die Schnellstart-Anleitung.

Überblick

SystemRescueCd ist eine Live-CD. Sie beinhaltet ein komplettes Linux-Betriebssystem. Das bedeutet, daß Sie Programme (zur Datensicherung oder Reparatur) starten können, obwohl das eigentliche Windows-Betriebssystem defekt ist. Natürlich benötigen Sie einen funktionierenden Computer, um die SystemRescueCd herunterzuladen und zu brennen. Wenn das nicht geht, können Sie auch eine CD in Online-Shops kaufen.

  • Schritt-1: Vorbereiten der/des bootbaren CD/USB-Sticks

Zuerst müssen Sie die SystemRescueCd herunterladen und brennen. Dazu benötigen Sie einen funktionierenden Computer. Wenn Sie die SystemRescueCd nicht von CD starten können, lesen Sie bitte Wie man SystemRescueCd auf einen USB-Stick installiert und booten Sie davon.

  • Schritt-2: Erlangen Sie Zugang zu Ihren Windows-Datenträgern

In diesem Abschnitt werden wir sehen, wie wir Windows-Festplatten aus Linux heraus lesen können, um zu prüfen, welche Daten gesichert werden können.

  • Schritt-3: Sichern Sie Ihre Daten über das Netzwerk

Wenn Sie Netzwerkzugriff haben (Netzwerkkarte und ein weiterer Computer für die Sicherung), erläutert Ihnen dieser Abschnitt, wie Sie das Netzwerk einrichten und Daten auf einen anderen PC kopieren.

  • Schritt-4: Sauberer Neustart

Schritt-1: Vorbereiten der/des bootbaren CD/USB-Sticks

Alles was Sie tun müssen, ist die neuste ISO-Datei der SystemRescueCd für x86 herunterzuladen und zu brennen. Wenn Sie keine Brennsoftware haben, laden Sie sich z.B. ImgBurn oder CD-Burner XP herunter. Beide sind Freeware. Wenn der defekte Computer nicht von CD booten kann, können Sie die SystemRescueCd auch auf einem USB-Stick installieren und damit booten.

Dann müssen Sie im BIOS Ihres PCs (dahin gelangen Sie oftmals durch drücken von F2 oder DEL/Entf beim Systemstart) die Startreihenfolge so ändern, daß zuerst von CD bzw. USB gebootet wird.

Starten Sie jetzt mit eingelegter CD (bzw. eingestecktem USB-Stick) das System neu. Wenn alles klappt, sollten Sie das SystemRescueCd ASCII-Art Logo und Boot-Anweisungen sehen. Sie können dann einfach Enter drücken um mit den Standard-Einstellungen zu starten. Wenn Sie planen, das Netzwerk zu nutzen, ist es empfehlenswert mit den Netzwerkeinstellungen zu starten, damit Sie diese nicht später konfigurieren müssen. Um das zu erreichen, geben Sie die folgenden Parameter in der Kommandozeile ein. Natürlich müssen Sie die Adresse durch die passende IP-Adresse Ihres Netzwerks ersetzen:

rescuecd ethx=192.168.1.158 gateway=192.168.1.254

Die Gateway-Adresse wird nur benötigt, wenn Sie über einen Gateway verfügen, bzw. sich darüber mit anderen PCs verbinden müssen. Um eine dynamische IP-Adresse zu erhalten, geben Sie folgendes ein:

rescuecd dodhcp

Kümmern Sie sich jetzt nicht weiter um die Netzwerkeinstellungen, diese können Sie später korrigieren, falls es nicht funktionieren sollte. Sie können auch das Kapitel über die Booten der SystemRescueCD (Kernel und Boot-Optionen), um detailiertere Informationen darüber zu erhalten.

Schritt-2: Erlangen Sie Zugang zu Ihren Windows-Datenträgern

Wenn der Bootvorgang abgeschlossen ist, sollten Sie einen schwarzen Bildschirm mit Kommandozeile sehen. Alle folgenden Schritte basieren auf (Einzel-) Befehlen, sodaß wir in dieser Umgebung bleiben. Man kann, falls gewünscht, auch in der grafischen Umgebung innerhalb eines Terminals Befehle eingeben. Geben Sie in diesem Fall einfach startx oder wizard ein.

Auffinden der Festplatten

Das Erste, was zu tun ist, ist die Partition zu ermitteln, auf der Ihre Daten gespeichert sind. Linux benutzt für Geräte (Festplatten) andere Namen als Windows. Deshalb werden Sie Bezeichnungen wie /dev/sda1 und /dev/sda2 anstatt C: oder D: sehen. Um die Festplatten und Partitionen zu ermitteln, geben Sie fgolgenden Befehl ein: fsarchiver probe simple<code>. Sie sollten eine Ausgabe in der Art wie unten sehen:

root@sysresccd /root % fsarchiver probe detailed
[=====DEVICE=====] [==FILESYS==] [=====LABEL=====] [====SIZE====] [MAJ] [MIN]
[/dev/sda1       ] [ntfs       ] [Windows-XP     ] [    25.00 GB] [  8] [  1]
[/dev/sda5       ] [ntfs       ] [Daten          ] [   120.00 GB] [  8] [  5]
[/dev/sda6       ] [ntfs       ] [Backup         ] [    70.00 GB] [  8] [  6]

In diesem Beispiel gibt es drei Partitionen auf dem Computer, bei Ihnen könnten es nur zwei oder eine sein. Die erste Spalte ist sehr wichtig, da es sich dabei um den Gerätenamen der Partition handelt, den wir benötigen, um an die Daten zu gelangen. Sie sollten den Namen notieren.

Zugriff auf die richtige Partition

Jetzt müssen wir auf diese Daten zugreifen. Nehmen wir an, Sie möchten die Daten der Partition <code>/dev/sda1 sichern möchten. Zuerst müssen wir diese Partition in ein Verzeichnis einhängen. Das bedeutet lediglich, daß dieses Verzeichnis eine Sicht auf diese Partition darstellt, es werden keine Daten geschrieben:

ntfs-3g -r /dev/sda1 /mnt/windows

Die einzige Option, die wir hier nutzen ist -r, was bedeutet, daß die Daten auf der Festplatte in einem "nur-lesen"-Zugriff eingehängt werden. Diese Option nutzen wir als Sicheheit, daß wir nicht durch einen Fehler Daten zerstören können. Sie können die Festplatte aber auch mit kompletten Lese-Schreibzugriff einhängen, wenn Sie wollen (lassen Sie einfach die Option -r weg). Schauen wir uns jetzt mal den Inhalt der Partition an:

cd /mnt/windows
ls -l

Sie sollten etwas in der Art sehen:

root@sysresccd /mnt/windows % ls -l
total 132856
-r-------- 1 root root      245 2008-08-05 19:36 boot.ini
dr-x------ 1 root root     4096 2008-07-02 07:34 cygwin
dr-x------ 1 root root     4096 2007-10-23 21:18 Dokumente und Einstellungen
-r-------- 1 root root    47772 2005-03-25 12:00 NTDETECT.COM
-r-------- 1 root root   297072 2007-10-21 18:50 ntldr
-r-------- 1 root root 16777216 2008-09-22 16:41 pagefile.sys
dr-x------ 1 root root     4096 2008-08-10 19:07 Programme
dr-x------ 1 root root        0 2008-07-02 07:45 RECYCLER
dr-x------ 1 root root     4096 2007-10-21 17:59 System Volume Information
dr-x------ 1 root root    32768 2008-08-29 22:48 WINDOWS

Wenn Sie sich Ihre Daten durchschauen wollen, nutzen Sie den Midnight Commander. Geben Sie einfach mc auf der Konsole ein, um ihn zu starten. Es ist ein sehr intuitives Werkzeug, ähnlich dem Norton Commander, welches zum Durchsuchen der Festplatte verwendet werden kann. Sie können mit den Funktionstasten auch Dateien/Verzeichnisse kopieren, verschieben und umbenennen. Drücken Sie F10 zum Beenden.

Schritt-3: Sichern Sie Ihre Daten über das Netzwerk

Es gibt verschiedene Möglichkeiten um Ihre Daten zu sichern. Die Methode über das Netzwerk ist insoweit empfehlenswert, da sie schnell ist und nur durch den verfügbaren Speicherplatz auf dem anderen Computer begrenzt wird. Die grundlegende Netzwerkeinrichtung ist unter Linux mit einer Ethernet-Karte nicht besonders kompliziert.

Einrichten des IP-Netzwerks

Zuerst stellen wir fest, welche Karten erkannt wurden. Es muss kein Treiber installiert werden. Linux beinhaltet bereits alle Netzwerktreiber. Die Ethernet-Karten werden unter Linux mit eth0, eth1, eth2, ... benannt. Wenn Sie nur eine Karte eingebaut haben, wird diese eth0 heissen. Wenn Sie mehr als eine Karte haben, denken Sie daran, daß die Erste nicht unbedingt diejenige sein muss, die Sie erwarten. In diesem Fall können Sie einfach alle Karten mit der IP-Adresse einrichten (das sollte funktionieren). Geben Sie folgenden Befehl ein:

ifconfig -a

Sie sollten eine Anzeige in dieser Art bekommen:

root@sysresccd /mnt/windows % ifconfig -a
eth0      Link encap:Ethernet  HWaddr 00:18:f3:ce:0e:36
          inet addr:192.168.1.158  Bcast:192.168.1.255  Mask:255.255.255.0
          UP BROADCAST MULTICAST  MTU:1500  Metric:1
          RX packets:0 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
          TX packets:0 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
          collisions:0 txqueuelen:1000
          RX bytes:0 (0.0 B)  TX bytes:0 (0.0 B)
          Interrupt:16 Base address:0xe000

Wenn die IP-Adresse noch nicht konfiguriert ist, können Sie folgendermaßen eine feste IP-Adresse (und einen Gateway, falls notwendig):

ifconfig eth0 192.168.1.158 netmask 255.255.255.0
route add default gw 192.168.1.254

Um eine dynamische Adresse per DHCP zu bekommen, tippen Sie einfach das:

dhclient eth0

Konfiguration des SFTP-Servers

In diesem Abschnitt nehmen wir an, daß der defekte Computer die IP 192.168.1.158 nutzt und der Computer auf den die Daten gesichert werden sollen unter der IP 192.168.1.20 erreichbar ist.

Für die Datenübertragung können verschiedene Protokolle verwendet werden. In dieser Anleitung nutzen wir das SCP/SSH Protokoll aus folgenden Gründen:

  • es nutzt nur eine TCP-Verbindung auf Port 22, was einfacher einzurichten ist als FTP, da dieses Protokoll zwei Verbindungen benötigt
  • es ist verlässlich und verschlüsselt, was die Datenübertragung sicher macht.
  • es ist auf Client und Server sehr einfach zu konfigurieren (Samba kann für die Freigabe verwendet werden, ist aber schwieriger zu konfigurieren)

Auf dem defekten Computer läuft ein OpenSSH-Server, zu dem man sich über Port tcp/22 verbinden kann (soweit man das Passwort kennt). Der Computer auf den die Daten kopiert werden sollen, muß einen SFTP-Client ausführen. Wir empfehlen Filezilla, der ein guter, freier multiplatform FTP/SFTP-Client ist. Sie können ihn wie jeden anderen FTP-Client nutzen, ausser daß das Protokoll SFTP ist. Sie können auch WinSCP verwenden, wenn Sie wollen.

Nun müssen wir das Passwort auf der Server-Seite setzen (in Linux), damit wir uns vom anderen Ende aus verbinden können. Geben Sie das folgende Kommando ein und bestätigen Sie das Passwort zweimal (dies wird aus Sicherheitsgründen nicht angezeigt!):

passwd

Konfigurieren des SFTP-Clients

Wenn der Server bereit ist, kann es beim funktionierenden Computer weiter gehen: Installieren Sie Filezilla (bzw. nutzen die portable Variante), und machen Sie das folgende:

  • Klicken Sie im Menü auf "Datei - Servermanager"
  • Klicken Sie auf "Neuer Server" um eine neue Verbindung zu erstellen
  • Füllen Sie das Dialogfenster mit den folgenden Informationen:
    • Server: 192.168.1.158 (IP-Adresse des PCs auf dem die SystemRescueCD läuft)
    • Port: 22
    • Servertyp: SFTP (SSH File Transfer Protocol)
    • Verbindungsart: Normal
    • Benutzer: root
    • Passwort: das im oberen Schritt festgelegte Passwort
    • Klicken Sie auf die Registerkarte "Erweitert"
    • Lokales Standard-Verzeichnis: /mnt/windows
  • Klicken Sie auf "Verbinden"

Nun sollten wir mit dem OpenSSH Server der SystemRescueCD verbunden sein und auf einer Seite des Fensters die lokalen, auf der anderen Seite die entfernten Verzeichnisse/Dateien sehen. Wenn das nicht der Fall ist, müssen wir noch in das Verzeichnis /mnt, und dann in /windows wechseln.

Schritt-4: Sauberer Neustart

Nach erfolgtem Einsatz der SystemRescueCD ist es empfehlenswert, die Windows-Partition wieder auszuhängen und das System sauber neu zu starten:

umount /mnt/windows
reboot
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